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Am schlimmsten erwischte es wohl Madonna im Jahr 2003. Nachdem die Sängerin über die damals sehr populären Tauschbörsen massenhaft falsche Musikstücke ihres neuen Albums verteilen ließ, die nur die sich immer wiederholende Frage: "Was zum ... glaubst du, was du hier tust" schlug die Szene zurück und änderte nicht nur Ihre Internetseite in "Das zum ... ist es, was ich tue", sondern stahl auch noch digitale Kopien ihres unveröffentlichten Albums und verbreitete es Tage vor dem offiziellen Release.
Amy Whinehouse hingegen geriet 2011 wahrscheinlich wegen ihrer schlecht abgesicherten Server eher zufällig in die Schusslinie einer Gruppe, die sich in einer – selbst für das Internet – ausgesprochen mangelhaften Orthografie über die mediale Aufmerksamkeit weißer Stars und für schwule Rapfans aussprach. Man kann über die Motive dieser Gruppe spekulieren, aber ihrer Reputation hat dieser Auftritt wahrscheinlich keinen Gefallen getan.
Rupert Murdoch hingegen wurde kurz nach Bekanntwerden seiner Abhörskandale von seiner eigenen Zeitung für tot erklärt. Zu Unrecht, denn dahinter steckte die inzwischen aufgelöste Gruppe LulzSec, die eigenen Aussagen zufolge "IT-Sicherheit mit Humor" praktizierte und angeblich der heute wohl prominentesten Gruppe Anonymous nahe stand. Sie begründeten ihre Attacke mit dem menschenverachtenden Verhalten der britischen Zeitung und ihrem Gründer.
Drei Attacken, drei verschiedene Vorgehensweisen. Madonna hatte sich den Zorn der Filesharer zugezogen und wurde gezielt angegriffen. Die Täter infiltrierten die Server von madonna.com und übernahmen durch die gezielte Ausnutzung einer Sicherheitslücke die volle Kontrolle. Solche Sicherheitslücken werden auch heute noch oft benutzt, waren aber gerade in den Anfangstagen des Internets weit verbreitet und einem technisch versierten Benutzer standen die Tore weit offen. Heute ist das dank Updates und Virenscanner schon sehr viel schwerer.
Amy Whinehouse hingegen wurde allem Anschein nach das Opfer von sogenannten Skriptkiddies. So wird abfällig eine (meist minderjährige) Gruppe von Personen bezeichnet, die zwar keine oder nur wenig Ahnung von der Funktionsweise einer Sicherheitslücke haben, aber über im Netz verbreitete Anwendungen und Betriebssysteme gezielt ein breites Spektrum an Rechnern nach passenden Opfern absuchen. Einmal gefunden, werden diese mit der richtigen Reihe von Befehlen (Skripte) angegriffen, die ebenfalls online zirkulieren. Sie ähneln virtuellen Graffiti-Sprühern, nur dass sie im Gegensatz zu diesen nur selten etwas produzieren, was man auch nur annähernd als Kunst bezeichnen kann.
Murdoch zuletzt wurde Opfer eines sogenannten Domain-Diebstahls. Die Computer der Sun wurden nie angegriffen, sondern der gesamte Verkehr wurde an den Knotenpunkten, den DNS-Servern, umgelenkt auf eigene Webseiten, auf denen der gewünschte Inhalt lag. Dies lässt sich am ehesten mit der Umleitung einer Straße vergleichen.