Witz des Tages

Witz des Tages.net
Klickenswert


Musik News
Translate
Die Titanen kehren zurück auf die große Leinwand
10-04-2012, 14:46 | Category: Kino | Author: oleschik

Mit der Fortsetzung des höchst umstrittenen "Kampf der Titanen" von Louis Leterrier kam in der letzten Woche ein vorsommerlicher Blockbuster in die deutschen Kinos, doch was kann man wirklich vom "Zorn der Titanen" erwarten?

Zunächst einmal wurde die Regie an Jonathan Liebesman übergeben, der Freunden des Actionkinos vor allem durch "World Invasion: Battle Los Angeles" ein Begriff sein sollte, und der damit den glücklosen Franzosen Leterrier auf dem Titanen-Regiestuhl beerbt. Dass dies nach einem Erfolg an den Kassen, aber durchaus harscher Kritik, die richtige Entscheidung war, lässt sich bereits in den ersten Minuten des Films erahnen. Denn im Vergleich zu der kruden Handlung des ersten Teils bietet der "Zorn der Titanen" zwar immer noch kein Oscar-reifes Drehbuch, reiht die Actionsequenzen aber nicht nur lieblos aneinander, sondern verfolgt eine geradlinige Story, die sich über die nur knapp 100 Minuten des Films durchaus trägt. Auch wenn die Dialoge nur dazu dienen, kurz einmal die Gefechte zu unterbrechen, so fügt sich der Film doch zu einem harmlosen aber unterhaltsamen Blockbuster zusammen, der das Action-Kino zwar nicht neu erfindet, aber zumindest einen netten Kinoabend verspricht. Zumal diesmal eine Portion Ironie mit von der Partie ist, die beim Vorgänger noch sträflich vermisst wurde.

So folgt man der Reise von Perseus (wieder Sam Worthington aus "Avatar"), der als Sohn des Zeus (Liam Neeson) eigentlich genug von den ganzen Schlachten hat, doch als die Götter sich gegen die Menschen verschwören und den Titanenkönig Kronos (eine Art lebenden Vulkan) befreien wollen, bleibt dem Halbgott keine andere Wahl als zu kämpfen. Dabei zieht er gegen zweiköpfige Chimären, baumhohe Zyklopen, den stierköpfigen Miontaurus und den Gott des Krieges persönlich ins Feld. Die aufregenden Kämpfe sorgen dabei für ordentlich Abwechslung und das in schönem 3D. Wurde der "Kampf der Titanen", der nachträglich in 3D konvertiert wurde, für seine Effekte noch belächelt, so ist die nachträgliche Übertragung in die dritte Dimension bei "Zorn der Titanen" schon deutlich besser gelungen. So wirken nicht nur die Kämpfe so, als stünde man im antiken Griechenland, besonders in ruhigen Momenten wähnt man sich im Panorama der Mythologie. Auch wenn einige Fahrten den 3D-Effekt überstrapazieren, "Zorn der Titanen" bietet das beste 3D eines Realfilms seit "Avatar".

An den amerikanischen Kinokassen startete "Wrath of the Titans" mit ordentlichen 34 Millionen US Dollar Einspielergebnis in die erste Woche und musste sich somit nur der Kinderbuchverfilmung "Tribute von Panem" geschlagen geben. Bevor also im Sommer die ganz großen Blockbuster starten, bietet "Zorn der Titanen" leichte und kurzweilige Unterhaltung für Freunde der antiken Kloppereien – lupenreine Action, schöne Special Effects und sauberes 3D. Der zweite Teil der Titanen-Action wurde nicht nur einem oberflächlichen Facelifting unterzogen – durch den neuen Regisseur sowie eine Story mit ausreichend Tiefe, ist der Nachfolger dem Erstling weitaus überlegen.

Underworld – Awakening
7-03-2012, 14:42 | Category: Kino | Author: oleschik

Die Fans von Vampir- und Werwolffilmen wird es freuen, dass endlich der vierte Teil der Underworld-Reihe in den Kinos angelaufen ist. Nach dem Überraschungserfolg des ersten Teils aus dem Jahre 2003 war drei Jahre später die obligatorische Fortsetzung mit "Underworld – Evolution" an der Reihe. 2009 kam der wenig erfolgreiche dritte Teil "Underworld – Aufstand der Lykaner" in die Kinos. Der Erfolg der ersten beiden Teile hat hauptsächlich mit der Hauptdarstellerin Kate Beckinsale zu tun. Die britische Schauspielerin verkörperte die Figur der Vampirin Selene außerordentlich überzeugend. Dass sie die Seele dieser Vampirreihe ist, hat sich durch die mageren Zuschauerzahlen des dritten Teils gezeigt, der ohne Beckinsale gedreht wurde. Deshalb war es ein kluger Schachzug der verantwortlichen Produzenten, die 38-jährige Schauspielerin wieder ins Boot zurückzuholen. In gewohnt kämpferischer Manier schlägt und schießt sie sich durch die gesamten knapp 90 Kinominuten.

Underworld 3 spielte ja einige Hundert Jahre vor den ersten beiden Episoden. Folge 4 ist nun wieder in der heutigen Zeit angesiedelt und ist zeitlich die Fortsetzung von "Underworld – Evolution". Die Menschen haben sowohl Vampire als auch Lykaner (Werwölfe) beinahe vollständig ausgelöscht. Selene und Michael (eine Mischung aus Werwolf und Vampir) werden gefangen und konserviert. Zwölf Jahre nach diesen Ereignissen wird Selene aus dem Kälteschlaf befreit. Auf ihrer Flucht trifft sie den Vampir David und ein Mischwesen namens Eve. Es stellt sich heraus, dass Eve ihre und Michaels Tochter ist.

Während des Fortgangs des Films kommt es zu wilden Kämpfen mit Lykanern, außerdem entführen die Werwölfe Selenes Tochter Eve. Um Eve zu retten, arbeitet Selene mit dem Polizisten Sebastian zusammen. Selene findet heraus, dass Eve im selben Labor gefangen gehalten wird, in dem sie selber jahrelang eingefroren festgehalten worden war. Selene schleicht sich in das Labor, findet ihren Michael, dessen Auftauvorgang sie einleitet, und stürzt sich in den Kampf mit Wissenschaftlern des Labors, die durch einen Impfstoff zu fast unbezwingbaren Werwölfen mutiert sind. Selene und Eve können in einem harten Kampf den Sieg davontragen. Allerdings ist Michael verschwunden. Das Ende des Films lässt den Schluss auf eine weitere Fortsetzung zu, da Selene schwört, ihren geliebten Freund zu finden.

"Underworld –Awakening" ist in 3D gedreht, was dem Film aufgrund der zahlreichen Kampfszenen einen besonderen Kick gibt. Vor allem die Fans dieser Kinoreihe dürften voll auf ihre Kosten kommen und bereits in erwartungsfroher Vorfreude auf Teil 5 ihre Fanschals schwenken.

Kinofilm Empire Me
25-01-2012, 17:43 | Category: Kino | Author: oleschik

Ganz unter dem Motto "Wenn dir die Welt nicht passt, bau dir deine eigene!" hat der Regisseur Paul Poet im vergangenen Jahr einen Film vorgelegt, der nicht besser in unsere Zeit passen könnte. Dem Unmut größerer und kleinerer Bürgerbewegungen aus allen möglichen Milieus und Lagern ist das aktuelle Klima der Forderung nach politischer Selbstbestimmung und Aufbruch zu verdanken. Der Film "Empire Me" hat das Zeug dazu, das filmisch-künstlerische Zeugnis dieser Bewegung zu werden.

Auf unserer Erde existieren nicht nur eine ganze Reihe offizieller Staaten, es gibt auch rund 500 sogenannter Mikrostaaten, die auf kleinstem Territorium mehr oder weniger anerkannt von ihren Nachbarn ihre Staatsgeschäfte treiben. Sechs davon hat sich der Filmemacher Paul Poet vorgenommen und sie in einem Dokufilm porträtiert. Da ist zum Beispiel ZEGG. Kennen Sie nicht? ZEGG ist kein exotischer Kleinstaat auf der anderen Seite der Welt, ZEGG ist mitten unter uns. Zumindest wenn man in Brandenburg lebt. Dort, in der Nähe von Bad Belzig im Landkreis Potsdam gelegen, befindet sich eine kleine autonome Gemeinde von Menschen, die "Freie Liebe" zu ihrer politischen Leitlinie gemacht haben. Liebe und Sexualität spielen bei diesem 1991 gestarteten Projekt noch immer eine große Rolle, Empire Me unternimmt allerdings den Versuch, den Zuschauer hinter die Kulissen einer selbstgesteuerten Kommune zu führen. Und was sich dort auftut ist wirklich spannend: auf dem Gelände eines ehemaligen Stasi Ausbildungslager haben sich heute gut 100 Menschen zusammen gefunden und unternehmen den Versuch, nach strengen ökologischen und sozialen Ansprüchen zu leben. Strikter Regionalismus und Bio Anbau sind die Leitlinien, auf die sich die Mitglieder der Kommune geeinigt haben. Sie bauen selber Nahrungsmittel an und halten Versammlungen im Weidezelt ab. Alles was produziert wird geschieht mit einem nachhaltigen Anspruch. Egal ob in der Nahrungsmittelproduktion oder in der Ausbesserung der Häuser. Das bedeutet natürlich auch, dass es keinen Kaviar zu essen gibt, sondern eher heimische Gemüsesorten. In einem verlassenen Fleck im Osten Deutschlands hat sich eine Gruppe von Individualisten zusammen gefunden, die unter verworrenen Sprüchen der Vergangenheit in ihrem Zukunftslabor Modelle für das Leben nach der Klimakatastrophe erprobt.

Autonome Länder und Orte sind im Film der vergangenen Jahre immer wieder ein Thema gewesen. Denkt man beispielsweise an Radio Rock Revolution wird evident, wie spannend Outlaws auf ihrem eigenen Territorium für Filmemacher zu sein scheinen. Allerdings, der Vergleich mit der britischen Musikkomödie aus dem Jahr 2009 funktioniert nicht ganz. Denn die in Empire Me dargestellten Mikronationen gibt teilweise schon seit langem und sie machen auch keine Anstalten zu verschwinden. Christiania zum Beispiel. Mitten in Kopenhagen gelegen ist diese autonome Stadt in der Stadt für Dänen teilweise ein Sehnsuchtsort, teilweise ein Stein des Anstoßes gewesen. Die vermutlich bekannteste der sechs porträtierten Mikronationen blickt auf eine gut 50 jährige Geschichte zurück, in der die Bewohner der ehemaligen Kasernenanlage schon öfters vor der Vertreibung aus ihrem Domizil standen. Gerade in Christiania wird die Spannung besonders deutlich, die eine Mikronation ihrer Bevölkerung immer auch auferlegt. Nutzt man den neu geschaffenen Raum – erst einmal befreit von sämtlichen juristischen und legislativen Eingriffen – dafür, eine neue und vielleicht bessere Welt zu schaffen, oder geht es um die ganz eigenen Interessen? In Kopenhagen sah (und sieht) es immer auch so aus, als würde der autonome Raum auch von Kleinkriminellen und Drogendealern als Rückzugsraum und Marktplatz genutzt. Während idealistischere Bewohner das Modell einer besseren Welt erproben oder den ganz persönlichen Rückzug genießen, ist eine kleine Gruppe immer auf die Verfolgung eigener Interessen bestrebt gewesen.

Genauso breit gefächert wie die dargestellten Mikrostaaten sind, ist das Gefühl nach dem Verlassen des Kinos. Einerseits hat Poet mit seinem Film wunderbare Eigeninitiativen und Menschen gezeigt, die tief davon überzeugt sind, das richtige zu tun, andererseits bleibt der Eindruck von mehr oder weniger verschrobenen Einzelinitiativen. Ein gesellschaftskritischer Film, zu dem man diese Dokumentation getrost zählen darf, sollte auch Möglichkeiten der Übertragung in die Alltagswelt der meisten Menschen geben.

Advertisement